Welche Unternehmensform passt zu mir? Teil 1 – Freiberufler

Du möchtest dich selbstständig machen und fragst dich, welche Unternehmensform für dein Gründungsvorhaben die richtige ist? In dieser vierteiligen Artikelreihe stelle ich dir die unterschiedlichen Unternehmensformen vor. Heute: Freiberufler.

Bin ich ein Freiberufler?

Du bist Freiberufler, wenn du eigenständig eine Dienstleistung für Auftraggeber erbringst. Im Einkommensteuergesetz (EStG) § 18 sind Berufsgruppen aufgelistet, die unter die sogenannten Freien Berufe fallen. Dazu zählen wissenschaftliche, künstlerische, erzieherische oder schriftstellerische Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Demnach arbeiten unter anderem Ärzte, Heilpraktiker, Diplom-Psychologen, Steuerberater, Ingenieure, Architekten, Journalisten und Übersetzer freiberuflich. Wenn du deine Profession nicht darunter findest, jedoch überwiegend kreativ und eigenverantwortlich Dienstleistungen auf Auftragsbasis erbringst, stehen die Chancen sehr gut, dass du als Freiberufler einzustufen bist.

Tatsächlich kannst du nicht selbst entscheiden, ob du Freiberufler bist. Dies wird das Finanzamt prüfen.

Die Vorteile der Freiberufler

Während der Gründung ersparen sich Freiberufler im Gegensatz zu anderen Unternehmensformen eine ganze Menge Papierkram. Sie müssen nämlich weder Gewerbesteuer zahlen noch die doppelte Buchführung betreiben. Außerdem müssen sie sich nicht zwischen als Mitglieder in der Industrie- und Handelskammer (IHK) registrieren. Allerdings können sich mehrere Freiberufler in einer Partnerschaftsgesellschaft zusammenschließen. Dafür wird zwar kein Mindeststartkapital gefordert. Allerdings erfolgt die Haftung dann mit dem Privatvermögen. Untereinander können die Freiberufler aber entsprechende Regelungen vereinbaren.

Den größten Vorteil einer freiberuflichen Selbstständig sehen viele Gründer in der freien Zeiteinteilung. Abgesehen von Abgabeterminen, die du natürlich einhalten solltest, um deine Auftraggeber langfristig zufriedenzustellen und an dich zu binden, kannst du selbst entscheiden, wann du arbeiten möchtest. Hierin besteht aber auch eine der größten Herausforderungen für junge Unternehmer, denn diese Arbeitsweise erfordert einiges an Selbstdisziplin.

Gründungsvorbereitungen für Freiberufler

Bedenke, dass du nicht selbst entscheiden kannst, ob du Freiberufler bist. Dies wird das Finanzamt anhand eines steuerlichen Erfassungsbogens prüfen. Wenn du dein Unternehmen also als Freiberufler gründen möchten, füllst du diesen Fragebogen aus und gibst ihn möglichst frühzeitig beim Finanzamt ab. Nach der Abgabe dieses Formular erhältst du eine gesonderte Steuernummer, die du auf deinen Rechnungen vermerken musst, und deine Anmeldung ist damit abgeschlossen.

Mein Tipp: Fülle den Erfassungsbogen gemeinsam mit deinem Steuerberater aus. Die deutsche Amtssprache kann manchmal zu gefährlichen Irrtümern führen. Daher ist die Hilfe eines Experten auch hier oft Gold wert.

Neben der Anmeldung beim Finanzamt solltest du deine Gründung auch der Krankenversicherung mitteilen. Diese musst du nämlich als Selbstständiger selbst bezahlen. Meistens können Freiberufler zwischen der gesetzlichen und privaten Versicherung wählen. Informiere dich also rechtzeitig über die jeweiligen individuellen Vor- und Nachteile.

Ist die Freiberuflichkeit die richtige Unternehmensform für dich? Na dann: Attacke! Wenn du dich nicht in der Rolle eines Freiberuflers siehst, können dir sicher die weiteren Beiträge in dieser Artikelreihe weiterhelfen. Nächste Woche geht es weiter!

Weitere Tipps und Infos rund um die Existenzgründung findest du im Gründer-Know-how.

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