Welche Unternehmensform passt zu mir? Teil 4 – UG

Du möchtest dich selbstständig machen und fragst dich, welche Unternehmensform für dein Gründungsvorhaben die richtige ist? In dieser vierteiligen Artikelreihe stelle ich dir die unterschiedlichen Unternehmensformen vor. Heute: UG.

Was ist die UG?

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) – kurz: UG (haftungsbeschränkt) – ist eine Variante der GmbH. Sie ist für kleine Unternehmen, vor allem Dienstleister, geeignet, die ihre Haftung beschränken möchten und mit geringem Kapital auskommen müssen. Die britische Limited (Ltd.) mit ihrem relativ geringen organisatorischen Aufwand und dem kleinen Mindestkapital von einem Pfund dient der deutschen UG (haftungsbeschränkt) als Vorbild. Nachdem in den 2000er-Jahren viele Gründer in Deutschland eine Limited gegründet hatten, wurde die UG 2008 als anerkannte Rechtsform einer Kapitalgesellschaft in Deutschland geschaffen.

Vorteile und Nachteile der UG

Der Gründungsprozess einer UG ist in der Regel schneller und kostengünstiger als beispielsweise bei der Gründung einer GmbH abgewickelt. Die UG eignet sich dabei für alle Arten von Tätigkeiten, Dienstleistungen und Gewerben. Durch das geringe Mindeststammkapital von einem Euro kannst du dein Unternehmen auch als UG gründen, wenn du nicht über mehrere tausend Euro Startkapital verfügst. Da dein Unternehmensnamen verpflichtend den Beisatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ tragen muss, ist aber auch für alle Außenstehenden ersichtlich, dass du über wenig Stammkapital verfügst.

Allerdings bietet die UG auch Vorteile durch die Haftungsbeschränkung. So haftest du nur mit dem Vermögen der UG, das Privatvermögen der Gesellschafter bleibt dabei unberührt. Dafür muss aber darauf geachtet werden, das private Vermögen der Gesellschafter und das Vermögen der UG streng zu trennen. Andernfalls kann der Verdacht der verdeckten Gewinnausschüttung entstehen. Außerdem bestehen Banken und andere Gläubiger häufig auf selbstschuldnerische Bürgschaften der Gesellschafter, bevor sie Kredite vergeben. Auf diese Weise wird die Haftungsbeschränkung wieder aufgehoben.

Gründungsvorbereitungen

Wenn du eine UG gründen möchtest, führt dich dein erster Gang zur Bank. Hier eröffnest du ein Unternehmenskonto und zahlst dein Stammkapital ein. Der zukünftige Geschäftsführer erhält die Verfügungsgewalt über das Konto. Während bei der GmbH 25.000 Euro hinterlegt werden müssen, brauchst du für die UG nur einen Euro. Daher wird die UG auch oft „1-Euro-GmbH“ genannt. Du solltest allerdings bedenken, dass Kosten für den Notar, der Eintragung ins Handelsregister und der Anmeldung beim Gewerbeamt entstehen, wenn du eine UG gründen möchtest. Daher solltest du mit mindestens 600 bis 1.000 Euro rechnen.

Als nächstes setzt du einen Gesellschaftsvertrag auf. Neben der Angabe der Firma, des Sitzes, dem Gegenstand der Unternehmung und des Stammkapitals müssen auch die Gesellschafter, deren Geschäftsanteile sowie der vertretungsberechtigte Geschäftsführer im Gesellschaftsvertrag festgehalten werden. Dieser wird im Anschluss von einem Notar beurkundet.

Abschließend lässt du deine UG in das Handelsregister eintragen und meldest sie beim Finanzamt und beim Gewerbeamt an.

Mein Tipp: Achte unbedingt auf die richtige Namensgebung deines Unternehmens. Der Zusatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ ist verpflichtend und sollte keinesfalls vergessen werden! Möchtest du eine UG gründen? Na dann: Attacke! Wenn du dich hier noch nicht wiederfinden kannst, können dir sicher die weiteren Beiträge in dieser Artikelreihe im Gründer-Know-how weiterhelfen.

Click Here to Leave a Comment Below 0 comments