Die richtige Versicherung für Gründer und Unternehmer

Auf dem Weg in die Selbstständigkeit stellen sich viele Fragen. Eine davon betrifft die richtigen Sozialversicherungen. Gründer, die sich von Mona Wiezoreck begleiten lassen, bauen ihre Selbstständigkeit nicht nur auf die Expertise von Mona und ihrem Team auf – ihnen steht auch ein bewährtes Netzwerk zur Verfügung.

Eine Person aus diesem Netzwerk ist Brigitte Jansen. Brigitte ist Regional-Geschäftsführerin der Barmer Krankenkasse in Aachen und somit Expertin auf dem Gebiet Versicherungen und im Speziellen: Krankenversicherungen. Sie und Mona haben schon viele Webinare für Gründer veranstaltet.

Wir freuen uns, Brigitte Jansen als Interview-Partnerin für Monas Blog zu befragen:

Brigitte, eine grundsätzliche Frage von Gründern ist: Wie versichere ich mich als Selbstständiger richtig? Starten wir mit deinem Kernthema – die Krankenversicherung:

Gründer haben die Wahl: Sie können sich privat krankenversichern oder sie bleiben freiwillig weiter gesetzlich versichert. Welche Art der Versicherung sinnvoll ist, hängt dabei vom Alter, Gesundheitszustand, Familienstand und von der Einkommenssituation ab.
Die private Krankenversicherung ist ideal für Unternehmer und für Arbeitnehmer, die ein Gehalt bekommen, welches über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Eins ist bei der Entscheidung wichtig: Wer einmal den Schritt in die private Krankenversicherung getätigt hat, kann anschließend nicht mehr zur gesetzlichen Krankenversicherung wechseln.

Gibt es für Gründer einen speziellen Krankenversicherungstarif?

In einer gesetzlichen Krankenversicherung wird der Beitrag nach den Einnahmen festgesetzt. Wenn bei Gründung die Einnahmen noch gering ausfallen, ist der Beitrag entsprechend niedrig. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird somit berücksichtigt.

Gibt es einen Mindestbetrag?

Ja, dieser liegt bei der Barmer bei rund 160 Euro im Monat.

Eine besondere Gruppe unter den Gründern sind die Künstler. Was kannst du dazu sagen?

Für die Künstler gibt es die Künstlersozialkasse – kurz: KSK. Die KSK ist eine Pflichtversicherung. Wer als Künstler eingestuft wird, muss sich dort kranken-, pflege- und rentenversichern. Das Attraktive an der KSK ist, dass sie sehr günstige Beiträge verlangt.

Die Gründer, die ich begleitet habe, bekamen auf der Basis ihres Businessplans zu 99 % eine Förderung. Diese beinhaltet einen Zuschuss für die Sozialversicherung. Wie sieht es damit aus?

Der Gründungszuschuss durch die Agentur für Arbeit enthält eine Pauschale in Höhe von 300 Euro für Sozialversicherungsabgaben. Diese Pauschale ist beitragsbefreit.

Wie sieht es mit der Versicherung für die Familie aus?

In der gesetzlichen Krankenversicherung ändert sich durch die Existenzgründung nichts. Ehepartner, die nicht arbeiten, und Kinder können kostenfrei mitversichert bleiben. Bei der privaten Krankenversicherung ist es so, dass der Ehepartner eines Privatversicherten in jedem Fall einen eigenen Tarif abschließen muss. Eine Familienversicherung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es allerdings nicht. Daher ist in der privaten Krankenversicherung auch keine beitragsfreie Mitversicherung des Ehepartners möglich. Dies ist ein weiterer Punkt, der bei der Entscheidung, ob gesetzliche oder private Krankenkasse gewählt wird, zu beachten ist.

Wie bin ich im Falle von längerer Krankheit für Einkommensverluste abgesichert?

Diese Frage kann ich nur aus der Sicht der Barmer Krankenkasse beantworten. Denn das regelt jede Versicherung für sich. Bei der Barmer können Selbständige den Anspruch auf Krankengeld mitversichern. Dann wird bei längerer Arbeitsunfähigkeit ein Großteil des Verdienstausfalls durch die Krankenkasse erstattet. Hier gibt es unterschiedliche Tarifmöglichkeiten.

Angestellte haben im Krankheitsfall keine Gehaltslücke – Selbstständige schon. Wie können Selbstständige die damit entstehenden Einnahmen-Ausfälle absichern?

Dies kann mit einem Beitragsaufschlag mitversichert werden. Genaue Informationen liefert die Krankenkasse.

Wenn ich mich als Selbstständiger freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichere und nicht krank werde, also keine Kosten verursache, kann ich dann Geld zurückbekommen?

Auch hier regelt das jede Versicherung für sich. Existenzgründer sollten daher einen Tarifvergleich machen und die Vertragsbedingungen der Versicherungen lesen. Für die Barmer kann ich sagen, dass wir Beitragserstattungstarife haben und wir zahlen Geld zurück, wenn bestimmte Leistungen nicht in Anspruch genommen wurden. 

Was muss ich bezüglich der Pflegeversicherung beachten?

Die Pflegeversicherung ist an die Krankenversicherung gekoppelt.

Wie sieht es mit der Unfallversicherung aus?

Die Unfallversicherung zahlt bei Invalidität aufgrund eines Unfalls. Wer selbstständig ist, muss sich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft melden. Welche Berufsgenossenschaft im Einzelfall zuständig ist, erfährt man bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Eine Versicherungspflicht besteht, sobald Arbeitnehmer beschäftigt werden – ansonsten ist gegebenenfalls auch eine freiwillige oder private Unfallversicherung sinnvoll.

…und was ist, wenn man selbstständig ist und berufsunfähig wird?

Für die Rente wegen einer Erwerbsminderung ist Voraussetzung, dass man in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt. Die Rente wird dann gezahlt, wenn der Selbstständige seinen bisher ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann. Alternativ oder auch zusätzlich kann auch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Die Beitragshöhe richtet sich nach dem Risiko, welches abgedeckt werden soll. So ist der Beitrag für einen Dachdecker höher als für eine Person, die im Büro arbeitet.

Viele Gründer haben auf dem Weg in die Selbstständigkeit Angst zu scheitern. Wie kann man sich hier absichern?

Mit deiner Beratung ;-), Mut und die freiwillige Einzahlung in die Arbeitslosenversicherung! Voraussetzung ist, dass der Gründer im Vorfeld mindestens 12 Monate in einem Versicherungsverhältnis war, also angestellt oder arbeitslos. Die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige muss innerhalb von 3 Monaten nach dem offiziellen Start in die Selbstständigkeit (Gewerbeanmeldung) bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Für Gründer gibt es zum Start eine Beitragsvergünstigung.

Was ist mit der Rentenversicherung für Gründer? Man hört überall, dass die Rente nicht sicher ist.

Die Rentenversicherung ist ein wichtiges Thema. Es gibt Berufsgruppen, die einer gesetzlichen Versicherungspflicht unterliegen und auch selbstständig in die Rentenversicherung einzahlen müssen. Dies sind HandwerkerInnen, Hebammen, LehrerInnen, KünstlerInnen und PublizistInnen. Alle anderen Berufsgruppen können als Selbstständige wählen, ob sie auf freiwilliger Basis weiterhin in die Rentenversicherung einzahlen oder private Altersvorsorge betreiben. Wichtig ist, dass sie für ihre Rente sorgen und Rücklagen bilden.

Jetzt schauen wir mal in die Zukunft – das gegründete Unternehmen „brummt“ – was muss der Selbstständige in puncto Versicherung beachten, wenn er Mitarbeiter einstellt?

Der Arbeitnehmer teilt dem Arbeitgeber seine Versicherungsdaten mit, der Arbeitgeber führt die Beiträge zur Sozialversicherung ab und erstellt elektronische Meldungen an die Krankenkasse. Wie das geht und was da im Detail zu beachten ist, erfährt der Arbeitgeber direkt von der eingebundenen Krankenkasse. Da ist jede Versicherung unterstützender Dienstleister.

Für die Vollständigkeit im Versicherungsüberblick: Was ist mit betrieblichen Versicherungen? Kannst du hier kurz aufzeigen, welche Sinn machen?

Da gibt es Versicherungen, die ich hier nur aufzähle:

Betriebs-Haftpflicht, Berufs-Haftpflicht, Betriebsunterbrechungsversicherung, Einbruchdiebstahlversicherung, Feuerversicherung, Sturmversicherung, Maschinenversicherung und die Elektronikversicherung.

Der Weg in die Selbstständigkeit ist der Weg zur selbstbestimmten Arbeit, zur Selbstverwirklichung und in die Eigenverantwortung. Deswegen ist der Gründer mit der richtigen Versicherung gut beraten. Wer spürt, dass die Selbstständigkeit ruft, der kann sicher sein, dass er von vielen Seiten Informationen und Unterstützung bekommt – wie z. B. bei dir, liebe Mona!

Danke für deine Worte – es ist in der Tat ein Herzensaufgabe von mir, der ich mit Wissen, Erfahrung und Leidenschaft nachgehe.

Liebe Brigitte, ich danke dir für das sehr informative Interview!

Wenn du nun Fragen zum Thema Gründung, Förderung oder Businessplan hast, dann nutze gerne mein kostenloses Erstgespräch! Nachdem du auf den Button geklickt hast, öffnet sich mein Kalender. Suche dir einen Termin aus und erzähle mir, wo du stehst!

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